Ein Bericht von Willi Vohwinkel - einem langjährigen Angelfreund mit Superangelergebnissen !
Willi hat seine Erfahrunen im folgenden Bericht zusammengefaßt:
"Ich beangele fast ausschließlich das Gewässer I und das seit fast 15 Jahren mindestens einmal wöchtentlich. Meine Angelerfolge sind - vorsichtig formuliert - überdurchschnittlich. Diese Erfolge haben sich auch deshalb eingestellt, weil ich mich nie geschämt habe,"alte Hasen" zu befragen, ihre Aussagen aufzunehmen und mit meinen Erfahrungen zu kombinieren. Ihr dürft nicht vergessen, dass ich von Gewässer I spreche, welches 33.000 m2 gross ist und bis zu 11 m tief. Die Frage, ob meine Sicht der Dinge auf alle Gewässer ganz oder teilweise übertragbar ist, müßt Ihr selbst beantworten. Sie dient sicherlich dazu, sich als "Forellenangler" weiter zu entwicklen.
Vergesst bitte nie, dass sowohl Gewässer I als auch II mit Forellen bis zu 10 kg Einzelgewicht besetzt werden. Schnur, Rute, Rolle und deren Einstellung müssen einfach passen, sonst könnt Ihr bald sehen, wie Schnüre von innen aussehehn. Jedes Jahr erlebe ich es auch mehrfach "dass Ruten bei Biss aus den Halterungen gerissen werden und baden gehn", bevor sie dann endgültig untergehn.
Schnurstärken, Vorfächer und Haken
Ich angele seit Jahren mit 10er Schnur von Fireline bzw. 20er monofiler Schnur . Als Vorfachstärke wähle ich - je nach Empfindlichkeit 16er bis 18er monfile Schnur. Die Hakengröße sollte m.E. die Größe 10 nicht unterschreiten (Achtung: Hakengrößen sind nicht genormt). Der Haken sollte dünn und spitz sein, sonst kann es Euch passieren, dass die Maden beim Beködern aufplatzen. Außerdem wechsele ich die Vorfächer regelmäßig, spätestens aber nach dem Fang einer Lachsforelle.
Als Köder verwende ich:
- Schwimmteig (prüft bitte unbedingt, ob der Köder besonders in Kombination mit Wurm, Made usw. tatsächlich schwimmt.)
- Wurm - Made -Mehrwurm - Bienenmade, diese besonders im Herbst und im Winter - rote Lachseier , diese nur im Winter
- als Auftriebskörper wähle ich Styroporkugeln weiss bzw. rot
Bei mir sind alle Köderkombinationen obiger Köder denkbar.
Anmerkung des Verf: alle Köder könnt Ihr immer frisch am Teich beim Servicebus - gelber VW -kaufen
Wo stehen die Forellen
Forellen stehen immer da, wo Wasser ist. Das hört sich blöd an, ist aber so. Die meisten Angler glauben, dass der Fisch nur weit draußen steht. Besonders im Herbst und Winter versucht es doch einmal 2 - 3 Meter vom Ufer entfernt. So habe ich am 30.10.2003 18 Forellen gezogen (10 von oben mit Pilotkugel und 8 auf Grund).Besonders beim Angeln mit Pilotkugel ist es wichtig, dass die Schnur oben schwimmt, sonst muss der Fisch den Sack, der sich bei gesunkener Schnur bildet, beim Biss hochziehen, was er selten tut.
Vorfachlänge und Pose
Als Vorfachlänge beginne ich bei der Grundangelei - ob Sommer oder Winter - mit 1,20 m. Je nach Erfolg variiere ich in Schritten von ca. 20 cm bis zu 3 m im Sommer und bis zum Grund im Winter. Als Pose hat sich der Sbirolino von 10 - 15 Gramm "langsam sinkend" bewährt. Mit dieser Pose ist sehr oft das Schleppen in unterschiedlichen Höhen erfolgreich.
Bissanzeiger
Je nach Empfindlichkeit der Rute ist ein Bißanzeiger sinnvoll bzw. unumgänglich. Ich arbeite grundsätzlich mit selbst entwickelten Anzeigern. Diese sind weit sichtbar. Für mich ist das sehr wichtig, da ich in "ruhigen Zeiten" mal gerne beim Kollegen quatschen gehe. (Anmerkung des Verf.: Herr Heyer bietet diese Bißanzeiger zum Selbstkostenpreis von 1 Euro an.) Die grünen Bissanzeiger wiegen 1 Gramm, die roten ca. 2 Gramm.Grundsätzlich könnt Ihr mit diesen Anzeigern anschlagen; nur beim Auswerfen müssen sie entfernt werden. Viele Kollegen haben diese Bißanzeiger seit Jahren von mir erhalten und sind super zufrieden. Die meisten gebräuchlichen Bißanzeiger wiegen 5 Gramm und mehr, so dass der Fisch einen viel größeren Widerstand überwinden müßte !
Warum ist die Frage der Bissanzeiger eigentlich so wichtig ? Wenn es richtig ist, dass der Fisch beim Biss so wenig Widerstand verspüren sollte wie eben möglich, sollten wir uns auch so verhalten. In der Regel (ich rede nicht von Ruten mit empfindlichen Spitzen) ist es doch so, dass die Rute an einen Rutenhalten gelehnt wird und fast senkrecht nach oben steht. Als Bißanzeiger dient dann sehr oft ein Überraschungsei, eine Aalglocke, eine Wasserkugel usw. - Messungen mit einer Federwaage haben ergeben, daß so Gewichte von 20 - 60 Gramm zu überwinden sind. Das tut der Fisch sehr oft nicht. Im Übrigen ist ein Anschlagen erst nach Entfernung dieser Anzeiger möglich.
Verbesserungsvorschläge:
- Rute zeigt zum Wasser (Ihr braucht also 2 Rutenhalter pro Rute)
- Schnur stramm anziehen - Bremse lösen und einen Sack ziehen zwischen dem 2 - 4 Ring.
- Dieser Sack kann ruhig 40 - 60 cm durchhängen. Jetzt die Bissanzeige einhängen. Einen Biss könnt Ihr nun aus 15 - 20 Meter Entfernung erkennen, da es sich bei dem Silikonschlauch um hochleuchtende Farben handelt.
- Beim Anschlagen braucht Ihr - wie oben angeführt - den Anzeiger nicht zu entfernen - dürft aber nicht vergessen, v o r h e r die Bremse zu betätigen, sonst gibt es Schnursalat.
Diese Zeilen habe ich nicht für die Profis geschrieben, die andere Methoden haben mögen, sondern sie sollen denjenigen, die mit ihren Erfolgen in der Vergangenheit nicht zufrieden waren dazu verhelfen, zukünftig hoffentlich bessere Ergebnisse zu erzielen. Eine Zeichnung verdeutlicht meine Ausführungen. Bei Fragen könnt Ihr mich gerne anrufen - die Telefonnummer könnt ihr bei der Familie Heyer (02836 - 205) erfragen. Zuletzt noch eine Bitte von mir: "Fangt nicht die ganzen Teiche leer, sondern laßt noch einige Fische für mich übrig".
Petri Heil
Willi Vohwinkel"
Besuchen Sie auch die Seite www.forellenspezi.de mit vielen Montagevorschlägen - mit Bild zum Nachbauen oder
www.forellenteichangeln.de mit zahlreichen Tipps und Tricks rund um die Angelei.